02.07.2015

Der lange Weg zum Dresdner Sozialticket

Am 09.07. wird im Dresdner Stadtrat eine aktuelle Stunde lang zum Thema Sozialticket diskutiert werden. Hintergrund ist die geplante Einführung eines solchen Tickets, welches seinen Namen wirklich verdient. Für 50 Prozent des Normaltarifs, der momentan bei 49 Euro liegt, soll es zukünftig im Abo zu haben sein. Berechtigt zum Erwerb dieser ermäßigten Fahrkarte sollen Inhaberinnen und Inhaber eines Dresden-Passes sein. Im Hartz IV- Regelsatz sind ca. 25 Euro für Verkehr vorgesehen. Mit der geplanten Regelung käme das Dresdner Sozialticket dann wirklich in den Bereich des Erschwinglichen für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln.

„Mobilität für alle“ – unter diesem Motto wurden bereits vor 6 Jahren 20.000 Unterschriften für die Einführung eines Sozialtickets in Dresden übergeben. Die Dresdner Initiative für ein Schüler- und Sozialticket hatte die Oberbürgermeisterin zur Entgegennahme der Unterschriften eingeladen. Herr Martin Seidel, der Beigeordnete für Soziales hatte stellvertretend für Frau Orosz die vier Ordner mit den Unterschriftenlisten in Empfang genommen.

Dieser Unterschriftensammlung ging eine lange Geschichte der Mobilisierung von Vereinen, Bürgerinitiativen und sozial Engagierten voraus. Nach Vorgesprächen mit den Dresdner Verkehrsbetrieben fanden im Juli und Oktober 2007 die ersten Workshops zur Finanzierbarkeit eines Sozialtickets im Dresdner Umweltzentrum statt. Fachleute und Engagierte aus anderen Städten wurden eingeladen, um über ihre Erfahrungen und Erfolge zu berichten. Es gründeten sich Initiativen auf Länder- und Bundesebene und überall gab es kleinere oder größere Schritte in Richtung einer bezahlbaren Mobilität.

Und Stück für Stück wurde auch aus der Wertmarke die es in Dresden für Bedürftige gab, ein vorzeigbares Sozialticket, welches ohne größere bürokratische Hürden zu haben ist. Allerdings zehrten die jährlichen Preissteigerungen bei den Fahrkarten einen Teil dieser positiven Entwicklung wieder auf. Mit einer 50 Prozent-Regelung wie sie im interfraktionellen Antrag jetzt vorgesehen ist, werden also auch die Ermäßigungen automatisch mit angepasst.

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