06.03.2015

Wir brauchen nicht nur einen demokratischen Wandel in Europa, sondern auch einen feministischen

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Ein Tag an dem es nicht nur darum geht, feministische Anliegen und Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern vor allem darum, die vielen kleinen und großen Projekte, Aktionen und Kämpfe sichtbar zu machen, die das ganze Jahr über in Deutschland, Europa und auf der ganze Welt stattfinden.

Zu diesen Kämpfen gehören zum Beispiel die Proteste der 400 griechischen Putzfrauen, die Ende 2013 vom griechischen Finanzministerium entlassen wurden. Monatelang haben sie vor dem Ministerium gegen ihre Entlassung protestiert, haben die regelmäßigen Besuche der Institutionen der Troika mit Besen und Schrubbern in Empfang genommen. Die neue Regierung unter Syriza hat als einen ihrer ersten Amtshandlungen diese 400 Putzfrauen wieder eingestellt.

In Spanien haben Tausende Menschen gegen die Verschärfung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch demonstriert und damit erreicht, dass die Pläne zurückgenommen wurde und der verantwortliche Justizminister zurückgetreten ist.

Europa ist im Aufbruch. Nicht nur, dass der Wahlsieg von Syriza, ihre ersten Schritte hin zu einem Ende der Austeritätspolitik in Griechenland und die Möglichkeit eines Politikwechsels in Spanien durch Podemos und die Izquierda Unida Hoffnungen für alle vom europäischen Krisenregime gebeutelten Menschen bringen.

Doch auch, wenn diese Umbrüche Mut machen, dürfen wir nicht vergessen, dass Veränderungen nicht nur über die Parlamente erreicht werden. Dafür braucht es Widerstand in allen Lebensbereichen. Auch hier in Deutschland. In einem Land, in dem Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. In dem Schwangerschaftsabbruch zwar nicht bestraft wird, aber immer noch rechtswidrig ist. In einem Land, in dem prekäre Beschäftigungsverhältnisse, vor allem im Bereich der Pflege- und Erziehungsarbeit, zunehmen. Ein Bereich, in dem mehrheitlich Frauen arbeiten.

Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen und Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit, einer radikalen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung immer und überall stark machen. Die Demonstrationen am 8. März in Berlin und anderen Städten, die Blockupy-Proteste gegen die Eröffnung der EZB am 18. März und die Widerstände gegen die sogenannten Lebensschützerinnen im Herbst, sind Orte an denen wir diese Forderungen stark machen. Wir brauchen nicht nur einen demokratischen Wandel in Europa, sondern auch einen feministischen.

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