17.02.2015

Zeit für Kindergrundsicherung

Neulich in der Bürgersprechstunde

Zur vorangegangenen, regelmäßig stattfindenden Sprechstunde hatte sich eine junge Frau angemeldet. Ihr Anliegen war es, mir einen Einblick in den Papierkrieg zu geben, den sie als Alleinerziehende fast täglich zu führen hat. Ich konnte danach gut nachvollziehen, dass sich diese Arbeit wie ein Halbtagsjob anfühlt, wie sie sagt. Für sie und ihren fast 7 jährigen Sohn wird der nächste Geburtstag auch ein gar nicht lustiges "Geburtstagsgeschenk" bereithalten: Ab dem 7. Lebensjahr des Kindes wird der Mehrbedarf für Alleinerziehende von 36 auf 12 Prozent des Regelsatzes abgesenkt. Das heißt für die beiden, dass sie monatlich knapp 100 Euro weniger zur Verfügung haben. Ich habe jedoch noch nie etwas davon gehört, dass das Leben ab Sieben billiger wird - im Gegenteil Ausgaben für Schule, Fahrkosten und Eintritte werden ja erst ab diesem Alter erhoben.

Angesichts dessen, was Alleinerziehende leisten, umso unglaublicher, dass es ursprünglich in der Bund-Länder AG zu SGB-II-Verwaltungsvereinfachung den Vorschlag gab, den Mehrbedarf für Alleinerziehende ganz zu streichen. Zum Glück war dieser absurde Vorschlag schnell vom Tisch. Das lag womöglich auch daran, dass wir als LINKE das öffentlich gemacht haben und die Erwerbslosenbewegung dagegen protestiert hat.
Aber das ist nur ein kleines Trostpflaster. Nach solchen Gesprächen weiß ich immer - Es ist höchste Zeit für eine Kindergrundsicherung, die alle Kinder und Jugendlichen sicher vor Armut schützt!

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