29.05.2009

Für ein Schüler- und Sozialticket in Dresden

Selbstverständnis des Aktionsbündnisses

bei der Übergabe von 20.000 Unterschriften

Mobilität darf kein Luxus sein! Seit 1991 sind die Preise für die Abo-Monatskarten der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) um über 100 Prozent gestiegen – von ca. 17 Euro auf derzeit 39,50 Euro. Zum 01.11.2008 wurden die Preise im Nahverkehr erneut um bis zu fünf Prozent angehoben. Demgegenüber haben ALG II Beziehende für Bus und Bahn nur rund 14 Euro monatlich zur Verfügung. Auch mit der Wertmarke von 8 Euro über den Dresden-Pass ist es noch zu wenig. Selbst bei vielen Rentnerinnen und Rentnern, Geringverdienenden und Sozialhilfebeziehenden wird das Geld knapp für das verbriefte Grundrecht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur freien Entfaltung der Persönlichkeit.

Andere Städte wie Berlin, Köln oder München haben inzwischen solche Sozialtarife für ihre nicht so gut betuchten Bürgerinnen und Bürger eingeführt. Und die Tickets heißen nicht mal Sozialticket sondern Berlin-Ticket-S oder IsarCardS, um die Nutzerinnen und Nutzer nicht gleich als arm abzustempeln. Die Erfahrungen aus diesen Städten zeigen, ein Sozialticket erfreut sich dann eines besonderen Zuspruchs, wenn das Ticket nicht mehr als die Hälfte des Regeltarifs kostet. Wichtig ist auch, dass die Bewilligungsverfahren unkompliziert und unbürokratisch erfolgen.

Deshalb schlossen sich Dresdner Vereine, Parteien und Gewerkschaften zu einer Initiative für ein Schüler- und Sozialticket zusammen. Derzeit sind es 25 Organisationen die das Bündnis tragen und an der Verbreitung der Idee für eine faire Mobilität arbeiten.

Da neben Erwachsenen auch Schüler und Auszubildende von den Preissteigerungen betroffen sind, will sich die Initiative nun ebenfalls für ein stark ermäßigtes Schüler- und Azubi-Ticket einsetzen. Besonders Familien mit mehreren Kindern sind mit den Kosten für die Schülertickets vollkommen überfordert. So hat eine Familie mit drei schulpflichtigen/berufsschulpflichtigen Kindern im ermäßigten Tarif monatlich etwa 90,- EURO zu zahlen.

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