19.07.2012

Engagement unerwünscht

Seltsames im Sächsischen Bildungswesen

In Dresden lebt es sich gut, auch für Familien mit Kindern. Die Geburtenrate stieg in den letzten Jahren und immer weniger Familien zieht es raus aufs Land. Doch das könnte sich ändern, wenn Eltern vergeblich eine Grundschule mit nicht schon überfüllten Klasse suchen. Im Dresdener Norden öffnete zu Beginn zu Schuljahresbeginn eine neue freie Schule ihre Pforten – die Natur- und Umweltschule NUS. Im 2.Entwurf des neuen Schulnetzplans ist diese Schule mit einer Klasse von 17 Schülerinnen und Schülern und 21 Anmeldungen für das neue Schuljahr 2012/13 enthalten. Das besondere pädagogische Profil der Schule lockt umwelt- und naturverbundene Eltern aus dem Dresdner Norden ihre Sprösslinge dort anzumelden. Die Schule entstand aus einer Elterninitiative mit Unterstützung des Verbundes sozialpädagogischer Projekte als Schulträger.

Die Finanzierung einer freien Schule müssen Eltern und Schulträger in den ersten vier Jahren selbst stemmen, erst dann gibt es staatliche Förderung. Doch statt Unterstützung für so viel Engagement soll die Schule nach dem Willen der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) jetzt geschlossen werden. Während die Stadt Dresden in ihrem Schulnetzplan noch anerkennend von einer „ebenso willkommenen als auch spürbaren Bereicherung des Schulnetzes“ durch Schulen in freier Trägerschaft spricht, scheint die SBA da anderer Meinung zu sein. Anscheinend wird das alternative Bildungskonzept der Umweltschule nicht als Bereicherung der Bildungslandschaft angesehen, sondern als Angriff auf die Bestimmungshoheit der Verwaltung. Anders ist das unkooperative Handeln der SBA nicht zu erklären.

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