28.05.2009

Die Vier-in-einem-Perspektive

Der Aufbruch in eine andere Gesellschaft ist meiner Meinung nach verbunden mit einer Neu- und Umbewertung von Arbeit. Wertvolle Impulse dafür liefert die Vier-in-einem-Perspektive der Feministin Frigga Haug. Diese Perspektive meint, dass es vier gleichberechtigte Arbeitsbereiche gibt: erstens die Erwerbsarbeit; zweitens die Reproduktionsarbeit, besser bekannt als Hausarbeit und Fürsorgearbeit an anderen; drittens politisches Engagement, gesellschaftliche Intervention; und viertens die Arbeit an sich selbst, vorstellbar als Kultur, Weiterbildung, Wellness oder einfach Muße. Ein idealtypischer Arbeitstag teilt sich dann in jeweils vier Stunden für jeweils alle vier Bereiche.

Allerdings geht es dabei nicht um diemechanistische Einteilung des Arbeitstages mit Stechuhr, vielmehr zielt diese Perspektive ab auf eine kulturelle Revolution, auf eine neue Hegemonie. Dies mag heute, wo Überstunden im Job auf der Tagesordnung stehen und Muße als Luxus gilt, illusionär klingen. Und doch eröffnet diese Perspektive die Möglichkeit, die Arbeitsteilung neu zu denken.

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