11.10.2011

Verfestigte Armut und steigender Reichtum

Pressemitteilung zum Datenreport 2011

„Die herrschende Politik in Deutschland spaltet die Gesellschaft immer weiter. Statt Armut durch eine radikale Umverteilung von oben nach unten zu beenden, wird um jeden Cent bei den Hartz-IV-Leistungen gefeilscht,“ so Katja Kipping zur heutigen Veröffentlichung des Datenreports 2011, der unter anderem über Armut (EU-SILC-Daten von 2008) berichtet und zu jüngsten Veröffentlichungen zur Vermögensentwicklung.

Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Der Durchschnitt bei Hartz-IV-Leistungen liegt derzeit bei 668 Euro für einen Alleinlebenden. Auf der anderen Seite erhöhte sich die Anzahl der Vermögensmillionäre in Deutschland von 719.000 im Jahr 2008 auf 830.000 im Jahr 2010 und deren Vermögen von 1,8 Billionen Euro auf 2,2 Billionen Euro.

Armut in Deutschland ist verfestigt: Fast 87 Prozent der Personen, die 2008 unter der Armutsgefährdungsquote lagen, waren bereits in den vier Jahren zuvor mindestens einmal von Armut betroffen. Ein Drittel der Armen war dauerhaft, also über fünf Jahre, arm. Als arm galt im Jahr 2008 derjenige Alleinlebende, der ein Nettoeinkommen unter 929 Euro hatte. Armut bedeutet darüber hinaus, dass 16 Prozent der armutsgefährdeten Personen nach eigener Angabe ihre Wohnung nicht warm halten konnten und fast jeder dritte Armutsgefährdete (30 Prozent) sich nicht einmal jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder eine entsprechende vegetarische Mahlzeit leisten konnte.“

Zur Pressemitteilung.

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