11.07.2011

Erstaunliches Infineon

Zu Besuch in einer Weltfirma


Mit gewaltigen Fördermitteln wurde Siemens und damit dann Infineon in den 90er Jahren nach Dresden gelockt und hat hier weitere günstige Voraussetzungen gefunden - schließlich war Dresden schon vor 1990 ein Zentrum der Mikroelektronik, gutes Personal also reichlich verfügbar. Infineon hat sich nach der Ausgliederung aus der Siemens AG zu einem der größten IT-Unternehmen entwickelt, 25.000 Mitarbeiter sind weltweit für die Firma tätig.

In Dresden habe ich mich mit Vertretern der Firmenleitung, wie auch mit Betriebsräten unterhalten und dabei auch Dinge erfahren, die ich nicht besonders prickelnd finde. So sind zum Beispiel in Dresden ca. 200 Leiharbeiter beschäftigt. Nun wird gerade in einer ständig in Wandlung und Fortschritt befindlichen Branche gern mit kurzfristigen Bedarf an Personal für Auftragsspitzen argumentiert. Dass aber - wie mir Leute aus dem Betriebsrat erzählten, bei Infineon Dresden etliche Leiharbeiter seit bis zu 7 (!) Jahren tätig sind, kann wohl mit Auftragsspitzen schwer erklärt werden.

Ebenfalls ein Problem - diesmal weniger eines von Infineon: Ältere Arbeiter_innen, die in Zeiten angespannter Firmenlage per Aufhebungsvertrag und Abfindung gehen möchten, ehe sie in Gefahr geraten, aus wirtschaftlichen Gründen ohne Abfindung gekündigt zu werden, stehen vor einem Dilemma: durch den Aufhebungsvertrag geraten sie beim ev. Bezug von Arbeitslosengeld 1 in eine dreimonatige Sperrzeit. Ein Zustand, der sich endlich ändern muss!

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