21.03.2011

Kämpfe um Zeit

Änderungsvorschlag für den Anfang des neuen Programms der LINKEN

Liebe Genossinnen und Genossen – liebe Linke wir haben einen Änderungsvorschlag für den Anfang des neuen Programms der LINKEN, den Ihr bitte zahlreich unterzeichnen möget, entwickelt. Das Programm ist ja die Gesamterzählung, auf die wir uns berufen. Im bisherigen Entwurf gibt es eine Menge Stärken, Ansatzpunkte, Einladungen, darin weiter zu arbeiten. Es braucht eine feministische Begleitung, die wir dankenswerterweise auf Einladung der beiden vorherigen Vorsitzenden seit zwei Jahren haben, (und die auf dem letzten Parteitag wieder erneuert wurde), weil - historisch nachvollziehbar - alle Belange der Frauen sonst ausgegrenzt, nicht dokumentiert, nicht theoretisch aufgearbeitet sind. Der Schritt zur feministischen Partei, die die LINKE vom Anspruch her sein will, ist groß. Sie hat damit ein „Alleinstellungsmerkmal“, es bedeutet aber auch, dass die Analyse der Geschlechterverhältnisse zentral ist für die Analyse der Gesellschaft, für die Politik. Wir haben versucht, den bisherigen Passus auf Seite 17 „Gleichheit und Geschlechtergerechtigkeit“ umzuarbeiten. Es ging nicht, weil auch die Tatsache, dass dies so spät, so beiläufig und so ungeordnet angehängt ist, ein Effekt ist einer nicht wirklich durchdachten Grundlegung. Die Änderung muss in Standpunkt und Perspektive, in Aufbau und Gliederung, in die Grundlagen des Programms selbst eingreifen. Wir beginnen also nicht mit Gleichstellung, sondern mit den Kämpfen um Zeit und den großen Teilungen der Arbeit. Wir haben dies programmatisch historisch und kritisch verfahrend, wie in einem Grundsatzprogramm nötig, aufgeschrieben. Wir haben große Vorbilder. Es ist länger geworden als geplant, weil so vieles erst aufgearbeitet werden musste. Wir haben die vielerorts entstandenen Einwürfe eingearbeitet. Schließlich mussten wir in die gesamte Geschichtsschreibung eingreifen, um die vergessenen Geschlechterverhältnisse ans Licht zu holen. Wir bitten euch jetzt, unsere Arbeit mit Zuneigung und Zustimmung zu lesen und alsbald den Antrag zu unterzeichnen.

Für das Redaktionskollektiv
Frigga Haug

(Die Frist zur Einreichung bei der Redaktionskomission ist 31.3.2011.)

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