01.08.2010

Schluss mit den Sanktionen und den statistischen Tricksereien

Auf neun Erwerbslose eine gemeldete offene Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Erwerbsarbeitslosen betrug im Juli 2010 nicht wie offiziell angegeben 3,19 Millionen (Juni 2010 3,15 Millionen), sondern - unter Berücksichtigung aller in der Statistik versteckten Arbeitslosen - tatsächlich 4,33 Millionen (Juni 2010 4,33 Millionen). Dem gegenüber standen im Juli 2010 0,39 Millionen gemeldete offene Arbeitsstellen (Juni 2010 0,37 Millionen) zur Vermittlung bei den Ämtern im Angebot. Hierbei handelt es sich um nicht öffentlich geförderte Stellen. Dazu kommen noch ca. 0,16 Millionen gemeldete offene Stellen auf dem sogenannten 2. Arbeitsmarkt, also öffentlich geförderte. Dazu zählen auch 1-Euro-Jobs.

Die Bundesregierung bestätigte in ihrer Antwort (17/1663) auf die Kleine Anfrage (17/1477) diese Verhältnisse: Schon seit Jahren stand durchschnittlich sieben offiziell registrierten Arbeitslosen bzw. neun tatsächlichen Arbeitslosen lediglich eine gemeldete (geförderte und ungeförderte) offene Arbeitsstelle den Ämtern zur Vermittlung zur Verfügung.

Dazu erklärt Katja Kipping, die stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Wieder verschweigt die Bundesagentur für Arbeit die tatsächliche Zahl der Erwerbsarbeitslosen. Wieder verweigert die Bundesregierung die gebotene Konsequenz der sofortigen Abschaffung jeglicher Repressionen und Sanktionen gegenüber Erwerbsarbeitslosen. Denn dies ist nicht nur aus grundrechtlichen Erwägungen an der Tagesordnung. Es ergibt sich auch aufgrund der Tatsache, dass die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter gar nicht ausreichend Erwerbsarbeit bzw. geförderte Stellen zu vermitteln hat. Außerdem ist die Bundesregierung aufgefordert, endlich Schluss zu machen mit ihren statistischen Tricksereien.

BA Daten Juli 2010

BA Daten Juni 2010

Antwort auf die Kleine Anfrage

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