24.06.2021

Hartz IV-Sanktionen schaden der Beschäftigungsqualität

DIE LINKE fordert seit vielen Jahren eine sanktionsfreie Mindestsicherung und auch ich persönlich kämpfe seit Jahren für die Überwindung des Hartz IV-Sanktionsregimes. Meine Überzeugung lautet: Die Sicherung des soziokulturellen Existenzminimums ist ein Grundrecht und Grundrechte kürzt man nicht.

Die Arbeitsmarktforschung untermauert jetzt aber auch eine weitere These, die Betroffene und Selbstorganisationen schon lange äußern: Sanktionen schaden den Betroffenen auch langfristig. Sie sind gezwungen kurzfristig und mit hohem Druck irgendeine Beschäftigung aufzunehmen. Dies ist jedoch in der Regel nicht nachhaltig. Sanktionierte landen gegenüber Nichtsanktionierten häufiger in schlecht bezahlten und nicht qualifikationsadäquaten Beschäftigungsverhältnissen und wirken sich mittel- bis langfristig negativ auf die Beschäftigungsqualität aus.

Das hat schlimme Folgen: „Rund fünf Jahre nach der Sanktion haben die Sanktionierten eine höhere Wahrscheinlichkeit als nicht Sanktionierte, eine schlechter entlohnte und nicht qualifikationsadäquate Beschäftigung auszuüben.“ (Wolf, S. 8–9) Daraus schlussfolgert der Autor vom IAB, dem Forschungsinstitut der Agentur für Arbeit: „Sanktionen können sich sowohl auf den Erwerbsverlauf der Sanktionierten als auch auf ihre nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt negativ auswirken.“ (Wolf, S. 9)

Quelle: Wolf, Markus: Schneller ist nicht immer besser. Sanktionen können sich längerfristig auf die Beschäftigungsqualität auswirken. Online verfügbar unter: https://www.iab-forum.de/schneller-ist-nicht-immer-besser-sanktionen-koennen-sich-laengerfristig-auf-die-beschaeftigungsqualitaet-auswirken/?pdf=22333.

 

Ausdrucken | Seitenanfang

Buch Green New Deal
Kipping oder Kuhle
Neue Linke Mehrheiten
Blockupy