18.02.2021

Ich trete an

Für Dresden und Sachsen in den Bundestag

Nach zwei Verschiebungen ist es Ende Februar nun soweit: Der Bundesparteitag von DIE LINKE wird stattfinden und hoffentlich ein erfolgreicher Parteitag werden, der ein Signal des Aufbruchs mit der neu gewählten Parteispitze ins Land sendet. Es stehen einige Wahlen an in diesem Jahr: Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin, Kommunalwahlen – und natürlich die Bundestagswahl am 26. September. Viel Arbeit, viel inhaltliche Diskussion, viel Streit um Programme und Positionen, viel Wahlkampf.

Für mich ist das auch ganz persönlich ein besonderer Parteitag, nicht nur weil er digital stattfinden muss, sondern weil ich nach nun fast neun Jahren den Staffelstab des Vorsitzes an dann neu gewählte Vorsitzende übergeben werde. Im Umfeld dieses Ereignisses werde ich gefragt werden, welche Pläne mich umtreiben. Ich hab nach reiflicher Überlegung beschlossen, dass ich mich in meinem bisherigen Wahlkreis in Dresden wieder um die Direktkandidatur bewerben und für den Platz 1 der sächsischen Landesliste zur Bundestagswahl kandidieren will.

„Reicht das nicht, 16 Jahre Bundestag?“ werden manche sagen. Oder „Willst Du nicht mal raus aus diesem Kosmos, ganz was anderes machen?“ Die Bürgerinnen und Bürger Dresdens und Sachsens als Bundestagsabgeordnete von DIE LINKE vertreten zu können ist ein großes Privileg. Ein Privileg, das auch immer wieder hinterfragt gehört. Insofern habe ich auch mich selbst hinterfragt, auch wenn ich zugegebener Maßen da nicht ganz unbefangen bin. In den vergangenen Jahren war mein Anspruch an mich, jede Talkshow, jede Podiumsdiskussion und jedes Interview, und sei es mit einem Satiriker wie Kurt Krömer zu nutzen, um unsere Inhalte und Argumente bestmöglich rüberzubringen und dabei meine Fähigkeiten zu verbessern. Angriffe noch besser zu parieren, politische Kontrahenten noch besser mit unseren Ansätzen zu konfrontieren. Und all die über die Zeit angeeigneten Fähigkeiten möchte ich gerne mit aller Energie und Leidenschaft in den kommenden Bundestagswahlkampf als sächsische Spitzenkandidatin einbringen. Ich bewerbe mich auch deshalb um ein Mandat, weil ich diese Arbeit gern tue und weil all meine Erfahrungen und Kontakte, aber auch der persönliche Bekanntheitsgrad ein nicht zu unterschätzendes Kapital sind – und damit auch für alle Menschen, für deren Interessen wir als LINKE kämpfen.

In meiner sozialpolitischen Arbeit als Abgeordnete war mir immer zweierlei wichtig. Zum einen die sozialen Nöte, all die Widrigkeiten mit Hartz IV sowie die Sorgen von Menschen, über den Monat zu kommen, sichtbar zu machen und dafür Lösungen anzubieten. Zum anderen ging es mir darum, nicht allein bei Abwehrkämpfen und dem Abmildern des Schlimmsten stehenbleiben, sondern grundlegende Lösungen aufzuzeigen, die Menschen Mut machen. So manche Alternative, die wir als sächsische LINKE ins Gespräch gebracht haben, bekommt inzwischen viel Zuspruch in der Gesellschaft: die Kindergrundsicherung, Sanktionsfreiheit, die solidarische Mindestrente oder Arbeitszeitverkürzung am Beispiel der Vier-Tage-Woche. Diese Vorschläge werden inzwischen in breiten Bündnissen, von Sozialverbänden und Gewerkschaften unterstützt. Selbst die Parteien, die Hartz IV einst in die Wege geleitet haben, rücken inzwischen davon ab. Das ist auch ein Erfolg unserer Beharrlichkeit.

Ihr wisst, wenn es der Sache dient, steige ich im Wahlkampf und auch sonst behangen mit einer roten LINKEN-Tasche auf Skier, schwinge mich in einem Kletterpark im Vogtland in schwindelerregende Höhe, springe in der Lausitz auch bei schlechtem Wetter oder in Dresden beim Elbschwimmen ins Wasser, ziehe die Wanderschuhe an oder steige mit guten Argumenten für unsere Inhalte in den Boxring, klingele an Türen, lade zum Roten Wohnzimmer in den Stadtteilen oder auf Marktplätzen zum direkten Gespräch, biete vorm Jobcenter  Kaffee und ein offenes Ohr für den Frust mit Hartz IV an oder ziehe beim Kneipenwahlkampf mit Give-aways und unseren Inhalten durch die Bars und Biergärten.

Dieser Bundestagswahlkampf wird anders als alle bisherigen ablaufen, und wir werden uns neue Wege einfallen lassen müssen. Doch ich bin zuversichtlich, auch in diesem Jahr werden wir – allen Widrigkeiten zum Trotz - einen zupackenden Wahlkampf abliefern.

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