23.10.2020

Eine halbe Milliarde Euro Wohnkosten den Hartz-IV-Beziehenden vorenthalten

Meine Frage an die Bundesregierung legt es offen

Sage und schreibe über eine halbe Milliarde Euro, genau 518 Millionen Euro, wurden Hartz-IV-Beziehenden voriges Jahr an Wohnkosten vorenthalten, weil diese nicht als angemessen angesehen werden. Rund eine halbe Million Bedarfsgemeinschaften, das sind rund ein Sechstel aller Bedarfsgemeinschaften, sind davon betroffen. Sie müssen sich im Schnitt 86 Euro Monat für Monat vom Munde absparen. Im Jahr 2017 waren es 80 Euro, im Jahr 2018 schon 82 Euro monatlich pro betroffener Bedarfsgemeinschaften. Die Differenz pro betroffener Bedarfsgemeinschaft ist also steigend.

Hartz-IV-Beziehende, die überwiegend in schlechter, ungesunder Wohnlage leben, werden also nicht nur von den Regelsätzen in Armut getrieben. Sie müssen sich auch einen Teil der Wohnkosten vom Munde absparen - oder ihre Wohnung verlassen.

Das ist ein Skandal und nicht hinnehmbar. Die Kommunen müssen die Angemessenheit deutlich großzügiger bemessen. Außerdem müssen im ersten Jahr alle anfallenden Wohnkosten den Betroffenen komplett erstattet werden.

Ausdrucken | Seitenanfang

Neue Linke Mehrheiten
Corona
Wer flüchtet schon freiwillig
BAG Grundeinkommen