29.09.2020

Was bekommt eine Hartz-IV-Beziehender monatlich im Durchschnitt?

Zahlen für Ein-Personen-Haushalte

Ich habe die Bundesregierung gefragt, was die durchschnittlichen laufenden Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz IV für Ein-Personen-Haushalte sind - sowohl die tatsächlichen als auch die sogenannten angemessenen - als die wirklich vom Jobcenter gezahlten. 

Hier für Mai 2020 die Zahlen:

"Die durchschnittlichen laufenden tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung aller Haushaltsgemeinschaften mit einer Person betrugen 412 Euro, für Haushalte ohne verfügbares Einkommen 404 Euro und bei einem verfügbaren Einkommen aus Erwerbstätigkeit bis 100 Euro betrug dieser Durchschnittswert 411 Euro.

Die durchschnittlichen laufenden anerkannten Kosten der Unterkunft und Heizung aller Haushaltsgemeinschaften mit einer Person betrugen 399 Euro, für Haushalte ohne verfügbares Einkommen 391 Euro und bei einem verfügbaren Einkommen aus Erwerbstätigkeit bis 100 Euro betrug dieser Durchschnittswert 394 Euro.

Bei diesen Werten handelt es sich um das arithmetische Mittel; Medianwerte stehen nicht zur Verfügung."

Das heißt: Ein Ein-Personen-Haushalt ohne weitere verfügbare Einkommen hat durchschnittlich ein monatliches Hartz-IV-Einkommen von 823 Euro (432 Euro Regelsatz + durchschnittlich 391 Euro "angemessene" Kosten der Unterkunft und Heizung).

Würde der Regelsatz bei 658 Euro (ohne Stromkosten, + Stromkosten mindestens 50 Euro)* liegen, wie es die Fraktion DIE LINKE für 2021 fordert, wären das monatlich durchschnittlich ca. 1.099 Euro (658 Euro + durchschnittlich 391 Euro "angemessene" Kosten der Unterkunft und Heizung + mindestens 50 Euro Stromkosten)* - sogar etwas mehr, weil im Jahr 2021 die angemessenen Kosten der Unterkunft und Heizung etwas höher liegen werden.  

Nimmt man die tatsächlichen laufenden Kosten der Unterkunft und Heizung sind die Werte 13 Euro höher - die fehlen monatlich im Durchschnitt den Hartz-IV-Beziehenden, müssen vom Lebensunterhalt abgezweigt werden. Dabei muss man bedenken, dass die Hartz-IV-Beziehenden in der Regel in schlechter, ungesunder Wohnlage leben, also auch diese tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung faktisch eine schlechte Versorgung mit Wohnraum darstellen. Deshalb fordert DIE LINKE neue Richtwerte für die Angemessenheit der Kosten der Unterkunft, so dass sie eine verbesserte Wohnsituation ermöglichen. Die Heizkosten sollen in tatsächlich anfallender Höhe übernommen werden (außer beim Nachweis unwirtschaftlichen Verhaltens). 

* korrigiert am 29.09.2020

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