11.09.2020

Jetzt Task Force für die 4-Tage-Woche einsetzen

Der Zuspruch für die 4-Tage-Woche ist so groß, dass es höchste Zeit ist, konkrete Schritte zu gehen. Ich schlage dazu eine Task Force Arbeitszeitverkürzung aus Opposition und Regierung; aus Gewerkschaften und Unternehmen sowie aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft vor. Diese Taskforce sollte Vorschläge erarbeitet, wie wir Arbeitszeitverkürzung praktisch umsetzen können. Hubertus Heil als zuständiger Bundesminister für Arbeit und Soziales hat ja bereits Sympathien für die 4-Tage-Woche geäußert, er könnte dazu einladen.

Dabei müssen natürlich Gewerkschaften und Unternehmen am Tisch sitzen aber auch Expertinnen, die zum Beispiel in der Arbeitspsychologie und Arbeitssoziologie konkret zum Thema Arbeitszeitverkürzung geforscht haben.

Da es bei Arbeitszeitverkürzung auch um eine gerechtere Verteilung der Tätigkeiten zwischen den Geschlechtern geht, gehören natürlich auch entsprechende Expertinnen zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit mit an den Tisch.
 
Vorstellbar wäre, zuerst in Bereichen wie der Automobilindustrie anzusetzen, in denen Kurzarbeit und drohende Arbeitsplatzverluste das Bild bestimmen. Wir müssen aber auch den Blick weiten, und das Ziel einer 30-Stunden oder 4-Tage-Woche als neuer Normalität in Angriff nehmen. Wir sind es den Beschäftigten schuldig, die Gelegenheit zu ergreifen und die Arbeitsverhältnisse so weiterentwickeln, dass sie sich besser mit den verschiedenen Lebenslagen der Menschen vereinbaren.

Studien zeigen, dass Arbeitszeitverkürzung die Beschäftigten nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder und produktiver macht. Deswegen muss eine Verkürzung der Arbeitszeit auch nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Vor allem nicht in Bereichen, die im Lohngefüge ohnehin unterbewertet sind.

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