30.06.2020

Zum Grundrentenkompromiss der Koalition

Zum Grundrentenkompromiss der Koalition sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Diese sogenannte Grundrente ist weniger als das Mindeste. Sie schließt viele Menschen aus, nicht zuletzt Menschen, die in der Familie lange unbezahlte Erziehungs- und Pflegearbeit geleistet haben. Damit schließt die sogenannte Grundrente vor allem zahlreiche Frauen aus, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und schon damals oft keine Bezahlung erhielten.

Alle Menschen haben im Alter eine Rente verdient, von der man in Würde leben kann. Aus Sicht der Linken bedeutet das sofort eine Mindestrente von 1050 Euro. Wenn endlich der Mindestlohn auf 13 Euro angehoben würde, wäre die Grundrente für die heute arbeitenden Generationen zum Teil bereits finanziert.

Insofern: Diese sogenannte Grundrente ist kein Ruhmesblatt für die Bundesregierung. Eigentlich brauchen wir eine große Rentenreform: Das Rentenniveau muss steigen und alle Menschen mit Erwerbseinkommen müssen einzahlen, auch Abgeordnete, Beamte und Selbstständige.

Dass parallel die Altersvorsorge an Aktienmärkten ausgeweitet werden soll, ist absurd. Besser wäre es, die Förderung der Altersvorsorge in die staatliche Rentenkasse einzubringen, um ordentliche Renten auch für die zu finanzieren, nicht parallel noch Geld fürs Alter in Rentenfonds anlegen können.

Ausdrucken | Seitenanfang

Neue Linke Mehrheiten
Corona
Wer flüchtet schon freiwillig
Blockupy