29.06.2020

Endlich dem Verstand genüge tun!

Ostdeutsche Beschäftigte kämpfen für Selbstverständlichkeiten

Im Juli 2019 bei den Betriebsräten der Teigwaren Riesa GmbH

Für den gesunden Menschenverstand ist es an sich eine Selbstverständlichkeit: gleichwertige Arbeit muss gleich bezahlt werden. Doch noch immer gibt es enorme Unterschiede zwischen den Löhnen in Ost und West. Kämpferische Gewerkschaftler bei NGG und couragierte Mitarbeiterinnen in sächsischen Nahrungsmittelunternehmen setzen sich dafür ein. Die Reaktion der Arbeitgeberseite? Nun als diese Forderung am Verhandlungstisch aufkam, standen sie auf und verließen die Verhandlungen. Schreiben der Gewerkschaft ließen sie unbeantwortet. Die NGG gründete daraufhin in verschiedenen sächsischen Unternehmen wie "Frosta" in Lommatzsch, "Bautzner Senf", "Unilever" in Auerbach, "Lausitzer Früchte" im Sohland, "Cargill" in Riesa, "Sonnenländer Getränke" in Rötha, "Mast-Jägermeister" Kamenz, "Vogtlandmilch" und "VANDEMOORTELLE" sowie "Hohburger Mineralfutter" Tarifkommissionen und riefen zu Warnstreiks auf.


Mit Herrn Lißner von der Gewerkschaft NGG sprach ich vor einigen Tagen über die Tarifauseinandersetzungen. Bereits vor einem Jahr hatte ich ihn im Riesaer Nudelwerk kennengelernt, wo er die Beschäftigten bei der erfolgreichen Einrichtung eines Betriebsrates unterstützte. Begeistert erzählte er mir, wie die gemeinsamen Kämpfe die Beschäftigten zusammengeschweißt haben. "Die Lohnmauer einreißen Jetzt!" Dieses Ziel überzeugt heute viele und so kamen auch Beschäftigte zu den Warnstreiks, die noch gar nicht Gewerkschaftsmitglied sind.

Zu Beginn des Lockdown hatte die sogenannte Arbeitsgeberseite argumentiert, dass ja die Coronakrise zu enormen Verlusten führen könne und deshalb keine Gehaltserhöhung möglich sei. Doch die Produktion in den betroffenen Betrieben ließ eher auf Hochtouren. Also diese Ausrede hat nun wahrlich keinen Bestand!

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