09.06.2020

Zum Bericht der Antidiskriminierungsstelle

Heute wurde der Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgestellt. Dazu erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

"Der Bericht der Antidiskriminierungsstelle ist ein weiterer Beweis dafür: Wir haben ein Rassismusproblem. Mit der rohen Gewalt in den USA im Blick, lehnen wir uns gerne zurück, beruhigt darüber, dass es ein Problem der anderen ist. 

Aber die Gewalt, die George Floyd getötet hat, beginnt lange bevor ein sadistischer Polizist ihm fast neun Minuten lang die Luft abgedrückt hat. 

Rassistische Gewalt beginnt auch dort, wo weiß sein als mehr definiert wird, als eine Hautfarbe. Sie beginnt auch hierzulande dort, wo Menschen Jobs und Wohnungen nicht bekommen, wo sie sich nicht angstfrei auf der Straße bewegen können, weil Name oder Aussehen nicht in das passen, was als deutsch definiert wird. 

Wir müssen das Problem Rassismus auch hierzulande benennen und wir müssen uns Rassismus entgegenstellen. Für die Politik ist es ein klarer Auftrag: Diskriminierung bei der Wohnungssuche, auf dem Arbeitsmarkt, im öffentlichen Raum und in allen staatlichen Institutionen muss verboten und konsequent geahndet werden. Wir brauchen ein wehrhaftes Anti-Diskriminierungsgesetz. 

Gerne werden solche rechtlichen Schritte als ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben diffamiert. Wer das meint, dem kann ich nur sagen: Sie können dieses Zusammenleben nur friedlich finden, weil sie kein Opfer rassistischer Diskriminierungen und Übergriffe sind."

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