29.03.2020

Katja Kipping zu Aufgaben von Industrie und Handel

Es werden vermehrt Stimmen laut, die eine schnelle Lockerung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wünschen. Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, dazu:

"Wir sehen in Italien, was passiert, wenn Maßnahmen zur Eindämmung zu spät ergriffen werden. Das Ergebnis ist furchtbar, mit tausenden Toten. Wenn Herr Linnemann und Herr Lindner jetzt darüber faseln, dass das wirtschaftliche Leben wieder losgehen soll, ist das schlicht perfide. Sie wägen den Wert von Menschenleben gegen den von wirtschaftlichen Profiten ab.

Statt über weniger Schutz für Beschäftigte zu spekulieren, sollten wir die Produktionsbereiche, die nun wirklich nichts zur Lösung der Pandemiekrise beitragen, jetzt umstellen. Wenn General Motors in den USA jetzt dringend notwendige Beatmungsgeräte produziert, dann sollte hier geprüft werden, inwiefern Rüstungsschmieden wie Rheinmetall medizinische Güter herstellen können, anstatt weiter Radpanzer in alle Welt zu liefern.

Zudem gibt es auch für Unternehmen eine Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Beschäftigten und eine gesellschaftliche Verantwortung. Die heißt jetzt: Beschäftigen ermöglichen zu Hause zu bleiben. Zu dieser Sorgfaltspflicht gehören auch entsprechende Schutzvorkehrungen in den systemrelevanten Bereichen, z.B. dass Verkäuferinnen mit entsprechenden Maßnahmen wie Plexiglas zwischen Kunden und Kasse geschützt werden."

 

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