17.02.2020

Viele Arbeitsvermittler*innen sagen: Eingliederungsvereinbarungen sinnlos

IAB-Studie zeigt die Realität auf

63 Prozent der Vermittlungsfachkräfte in Jobcentern denken, das die Eingliederungsvereinbarungen eher keinen oder überhaupt keinen Einfluss auf die Erwerbsintegration von Arbeitsuchenden hat, nur 36 Prozent meinen, dass das Gegenteil der Fall sei.

Fast 50 Prozent der Vermittlungsfachkräfte in Jobcentern schätzen ein, das die Eingliederungsvereinbarungen sowohl für Personen mit sogenannten mehreren Vermittlungshemmnissen als auch für sogenannte arbeitsmarktnahe Personen und für Alleinerziehende mit Kindern eher nicht oder gar nicht sinnvoll sind.

Bezüglich sogenannter motivierter Personen wird sogar von 60 Prozent der Vermittlungsfachkräfte eingeschätzt, dass die Eingliederungsvereinbarungen eher nicht oder gar nicht sinnvoll sind. Bezüglich Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind 67 Prozent der Vermittlungsfachkräfte in Jobcentern der Auffassung, dass die Eingliederungsvereinbarungen eher nicht oder gar nicht sinnvoll sind.

Grundsätzlich gilt, so die Ergebnisse der Studie des IAB: Das Fordern nimmt in den Eingliederungsvereinbarungen einen größeren Raum ein als das Fördern. 

Mein Fazit: Das gesamte Hartz-IV-System hat versagt. Nicht nur, weil es den Menschen das notwendige Existenz- und Teilhabeminimum versagt und Betroffene weiterhin mit Sanktionen und Leistungskürzungen unter Druck setzt.  Das Hartz-IV-System baut auch auf Eingliederungsvereinbarungen, die nicht nur repressiv ausgelegt sind, sondern zum Großteil selbst von den Fachvermittlungskräften in den Jobcentern als nicht sinnvoll bzw. nicht zielführend eingeschätzt werden. Herr Heil, werfen Sie das Hartz-IV-System über Bord und sorgen Sie für ein soziales Sicherungssystem, was den Betroffenen hilft, sich an deren Bedürfnissen orientiert und die Würde des Menschen schützt. DIE LINKE unterstützt Sie dabei gern.

Quelle: https://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k200206304

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