24.01.2020

Karliczek muss Kraftanstrengung für Bildung selbst leisten

Zu der Erklärung von Bildungsministerin Karliczek zum Welttag der Bildung sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Wenn eine Bildungsministerin eine "nationale Kraftanstrengung" für mehr Bildung fordert, hat das schon etwas satirisches. Frau Karliczek soll die Kraftanstrengung nicht fordern, sie muss sie leisten. Dafür ist sie Bildungsministerin. Noch immer hinkt Deutschland im internationalen Vergleich bei den Bildungsausgaben hinterher. Noch immer entscheidet bei uns das Elternhaus stärker als in den meisten Ländern in Europa über den Bildungserfolg. Noch immer leisten wir uns einen Flickenteppich an unterschiedlichen Länderregelungen im Schulsystem, in den Lehrplänen, in der Lehrerausbildung. Neue Lehrmethoden werden, wenn überhaupt, nur im Schneckentempo eingeführt. Die Digitalisierung an den Schulen bleibt Flickwerk. Und im Hochschulbereich hat Frau Karliczek bisher komplett versagt. Die Arbeitswelt an den Hochschulen unterhalb der Professur ist bestimmt durch befristete, unsichere Jobs. Das behindert kritisches Denken, Erkenntnisgewinne und Familiengründungen.

Frau Karliczek muss endlich erklären, wie sie das deutsche Bildungssystem fit für die Zukunft machen will. Solange sie dafür keinen überzeugenden Plan vorlegt, sollte sie sich mit Sonntagsreden über "nationale Kraftanstrengungen" zurückhalten.

 

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