02.04.2019

Ostdeutsche und Migranten fühlen sich als Bürger zweiter Klasse

Jeder dritte Ostdeutsche und jeder dritte Muslim fühlt sich laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung als Bürger zweiter Klasse. Dazu sagt Katja Kipping, die Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

 

Dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung ist es wirklich an der Zeit, einander zuzuhören und die  jahrzehntelange Abwertung und Nichtanerkennung auf allen Ebenen zu beseitigen. Herablassung muss dem gegenseitigen Interesse am Anderen weichen. 

Als Bürger zweiter Klasse fühlen sich Menschen, wenn sie strukturell benachteiligt sind. Das sind weder ausschließlich Ostdeutsche, noch Muslime, sondern auch alleinerziehende Frauen, Erwerbslose oder Menschen mit Behinderung. Die Kämpfe um Repräsentation von Herkunft oder Geschlecht lassen sich nicht von der sozialen Frage trennen – sie gehören zusammen.

Gegen die Gefühle von kollektiver Demütigung, Verlust und Unsicherheit braucht es starke strategische Allianzen, um etwas zu ändern. Diese Kämpfe gegen die Ungleichheit kann man nicht alleine gewinnen. 

Herablassend auf andere  zu blicken, wie es laut der Studie viele Westdeutsche tun, verstärkt bei den Ostdeutschen eher das Gefühl der Abwehr. Auf der anderen Seite gibt es auch immer mehr Menschen, die progressive Netzwerke aufbauen. Es gilt, antirassistisches Engagement in Ostdeutschland mit der Perspektive von Rassismuskritik und der Perspektive von Nichtrepräsentation zu verbinden. Auf diese Weise könnten alle in Deutschland lebenden Menschen gemeinsam progressive Veränderungen erzielen.

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