13.02.2019

Aufrecht leben - Beate Klarsfeld zum 80. Geburtstag

Kein Artikel anlässlich ihres heutigen Geburtstages wird ohne sie auskommen — die Erinnerung an den berühmten Backenstreich. ... ausgeführt gegen Kanzler Kiesinger wegen dessen Tätigkeit im Nationalsozialismus und seiner Verweigerung dafür Verantwortung zu übernehmen.

Dabei sollte der 80. Geburtstag von Beate Klarsfeld eigentlich eine Würdigung ihres ganzen aufrechten Lebens und nicht nur einer Episode sein. Seit den 1960er Jahren hat sie sich gegen die Straflosigkeit der nationalsozialistischen Massenmörder gewandt. Ja mehr noch, gemeinsam mit Serge Klarsfeld hat sie die Kurt Lischkas, Alois Brunners, Klaus Barbies und derer viele mehr aufgespürt. Einige dieser Mörder mussten sich schließlich doch noch vor Gerichten verantworten.

Wie in der Zeit nur wenig andere hat sie gegen die lange und zähe Verweigerung der deutschen Gesellschaft gekämpft, sich mit der Shoah auseinander zu setzen.

Heute sind die „Fliegenschiss“- und „Schandmal“-Sager eine — wenn auch ohrenbetäubende — Minderheit. In den 1960er Jahren waren ihre Positionen jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft Common Sense. Die verdienten Ehrungen, die Beate Klarsfeld heute zu teil werden, machen die vielen Gegner und Feinde, die sie sich aus guten Gründen machte, nicht vergessen. Sie stehen dafür, dass hier eine den aufrechten und nicht den leichten Weg gegangen ist.

Heute ist ein guter Tag dafür „Danke“ zu sagen. Beate, alles Gute und viele rastlose und glückliche Jahre.

Beate Klarsfeld in Dresden