17.01.2019

"Wir brauchen ein Anti-Wegwerf-Gesetz für Supermarktketten"

Angesichts der gigantischen Verschwendung von Lebensmitteln braucht es ein Anti-Wegwerf-Gesetz für Supermarktketten wie Lidl & Co..

In Frankreich und Belgien sind solche Gesetze seit einigen Jahren erfolgreich in Kraft. Die Bundesregierung muss mit einer gesetzlich verankerten Unterstützung für die Tafeln und ähnliche Organisationen ein gesellschaftspolitisches Signal gegen das Profitdenken der Lebensmittelindustrie setzen. Das so genannte „containern“, also die Nutzung von weggeworfenen Lebensmitteln, darf nicht länger unter Strafe gestellt werden. Im Gegenteil: Es braucht ein Verbot für große Supermärkte und Ladenketten, unverkaufte Nahrungsmittel absichtlich ungenießbar zu machen und als Abfall fortzuwerfen und stattdessen die Verpflichtung, Lebensmittel, die sich ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern oder – wie etwa leicht beschädigtes Gemüse – gemeinnützigen Organisationen frei zur Verfügung zu stellen. Sollte es – beispielsweise in ländlichen Gebieten – nicht ausreichend Tafeln in erreichbarer Nähe geben, müssen die übrig gebliebenen Lebensmittel entweder kompostiert oder in Tiernahrung umgewandelt werden.

Zum Hintergrund:

Der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge geht jährlich ein Drittel der Nahrung, die weltweit für den menschlichen Verzehr produziert wird, verloren oder wird verschwendet.

Im Durchschnitt wirft jeder Deutsche pro Jahr 82 Kilo genießbare Lebensmittel im Wert von 235 Euro weg. Ein Drittel jeder Ernte wird zudem von vornherein als Ausschuss behandelt. Die Kosten dafür werden auf den Preis der anderen Waren aufgeschlagen. Der Verbraucher zahlt also auch noch das, was er nicht bekommt.

Solche Verschwendung von Lebensmitteln bedeutet zugleich den unnötigen Einsatz riesiger Mengen von Kraftstoff, Dünger, Schädlingsbekämpfungsmittel, Wasser, Land und Arbeitskraft.

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