09.11.2018

Zum 80 Jahrestag der Reichspogromnacht

Nur ein paar Schritte vom Reichstag entfernt, liegt das Palais am Pariser Platz in dem Martha und Max Liebermann lebten. Der jüdische Maler Max Liebermann, Präsident der Akademie der Künste, starb nachdem seine Kunst verfemt und er seinem Ausschluss durch Austritt zuvor gekommen war.
Nach der Reichspogromnacht am 9.11.1938 wurde seine Frau Martha Liebermann durch die von den Nazis eingeführten Zwangsabgaben für Juden ihres Vermögens beraubt. Sie versuchte aus Deutschland zu fliehen, und obwohl es ihr anders als vielen anderen gelang, ein Visum zu erhalten, wurde ihr die Ausreise verwehrt.

Als sie nach Theresienstadt deportiert werden sollte, tötete sich Martha Liebermann selbst.

Heute habe ich aus Anlass des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht eine Blume am früheren Haus der Liebermanns niedergelegt. Beim Gedanken daran, dass dieser Tage Politiker — darunter gewählte Parlamentarier — das Gedenken an den 9.11. stören, indem sie Partyhütchen oder Zeichen der antisemitischen Schönerer-Bewegung tragen, muss ich unwillkürlich an den berühmt Liebermann-Satz anlässlich der Machtübertragung an Adolf Hitler denken.

 

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