25.09.2009

Im Regen stehen gelassen

Das Vogtland im Herbst

Als wir ankamen, regnete es. Vor der Ausgabestelle stand schon eine längere Schlange. Da nur eine Person jeweils die Ausgabestelle betreten kann, müssen die anderen draußen warten - also bildete sich draußen im Regen eine Wartegemeinschaft, die auch einiges mitzuteilen hatte. Anfangs lag der Eingang an einer anderen Stelle, die wenigstens überdacht war. Aber offensichtlich war es einigen Leuten peinlich, dass so viele Menschen auf die Tafel angewiesen sind. Also wurden die Wartenden vor einiger Zeit auf den Hintergang verwiesen.

Anlässlich unseres Besuches kam auch der Bürgermeister vorbei. Wir schenkten gerade den ersten Kaffee aus, als der Bürgermeister uns und alle Wartenden in einen trockenen, warmen Raum einladen wollte. Doch die Wartenden meinten nur: "Bisher mussten wir auch draußen warten, bisher wurden wir auch im Regen stehen gelassen, dann muss es heute auch gehen." Und so kamen wir ins Gespräch über Schikanen auf dem Jobcenter, über viel zu geringe Lehrlingsvergütungen und darüber, wie schwer es ist, vom Arbeitslosengeld II zu leben.

Doch die Sache mit dem fehlenden Warteraum wollten Karin, Janina und ich dann doch nicht auf sich beruhen lassen. So drängten wir gegenüber dem Bürgermeister umgehend auf ein Gespräch mit dem Verantwortlichen für die Räume, um angesichts des nahenden Winters eine Lösung zu finden. Karin Höfer meinte zum Abschied unter Beifall der Anwesenden: "Von jetzt ab, rufe ich jede Woche bei Ihnen an und erkundige mich, ob schon eine Lösung gefunden wurde.

Ausdrucken | Seitenanfang

Wer flchtet schon freiwillig?
linxxnet