23.09.2009

Bundestagswahlkampf in der Schweiz

Natürlich in der Sächsischen!

Nicht aus Papier und Stoff, sondern aus Metall ist die riesige Sebnitzer Springbrunnen-Kunstblume, neben der wir für die LINKE warben.

Der Bundestag allerdings steht in "Spreeathen" - aber wo kommt sie her, die Spree? Aus Sachsen natürlich! Um Stimmen für DIE LINKE einzuwerben, war ich am 22. September in der Sächsischen Schweiz unterwegs, welche, so schön sie landschaftlich auch ist, politisch oft negativ in die Schlagzeilen gerät: als Hochburg der Nazis. Warum die Rechten gerade hier ihre besten Wahlergebnisse einfahren, ist leicht zu erklären: Wie viele Regionen im Osten ist auch diese von der Deindustrialisierung und Abwanderung nach 1990 schwer gezeichnet.
Bis zu einem Viertel ihrer Bevölkerung verloren die Städte und Städtchen der Region auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Situation. Einst bekannte Industriestandorte wie Pirna und Heidenau mit ihren Zellstofwerken, Reifenfabriken, Strömungsmaschinenbau oder den Kunstseidewerken fristen heute ein industrielles Schattendasein.

Auch in Sebnitz, einer Stadt am Rande der Sächsischen Schweiz, einst berühmt durch ihre Kunstblumenfertigung ist dies Spürbar. Etwa 4000 Menschen waren in Sebnitz mit der Herstellung von Kunstblumen beschäftigt - bis 1990. Danach wurde der VEB Kunstblume Sebnitz von der Treuhand komplett "abgewickelt". Kunstblumenherstellung gibt es heute noch in einer einzigen, kleinen Manufaktur und auch diese verarbeitet zu einem guten Teil importierte Kunstblumen aus China. Die Arbeitslosigkeit ist hier hoch, die Einwohnerzahl um etwa 3000 zurückgegangen. Trotzdem liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 13,2%.

Es ist nachvollziehbar, dass die Region versucht, über den Tourismus wieder ins Geschäft zu kommen, denn ein Wiederaufblühen der einstigen Industrien ist kaum anzunehmen. Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht, den es gibt hier wunderschöne Städte und Dörfer, viele Wanderziele und auch Ausflüge ins Böhmische gehören zu einem Urlaub in der Region. Die Menschen hier hätten also allen Grund, sich gegen die fremdenfeindliche Hetze der Nazis zur Wehr zu setzen - denn mit dem Image einer Nazi-Hochburg läßt sich nunmal einerseits keine Tourismus-Werbung machen und andererseits tut es den meisten Menschen, die hier leben auch Unrecht.

Hier wie auch anderswo gilt: wer auf sozialen Ausgleich, Gerechtigkeit und Solidarität setzt, sollte sein Kreuz bei der LINKEN machen!

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