29.04.2018 / Katja Kipping

Gewalt in der Erziehung hat lebenslange Folgen

Zum Tag der gewaltfreien Erziehung

Morgen, am 30.4.2018, ist der "Tag der gewaltfreien Erziehung". In diesem Jahr ist dies ein besonderer Tag, denn das „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ wird endlich volljährig. Vor 18 Jahren wurde es in Deutschland eingeführt. Dieser Tag ist eine Aufforderung an Eltern, Pädagog*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen und alle Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, dieses Recht zu wahren. Die Spuren von Gewalt in der Erziehung enden nicht mit der Volljährigkeit, sondern begleiten Menschen im schlimmsten Fall ein ganzes Leben und sind später kaum wieder gut zu machen. Die zahlreichen Anträge an die Entschädigungsfonds für Menschen, die in der Bundesrepublik und in der DDR in Heimen und geschlossenen Einrichtungen Gewalt erlitten haben, haben die Folgen von Gewalt in der Erziehung sichtbar gemacht. Verweigerte Lebenschancen, beschnittene berufliche Chancen, soziale Stigmatisierung, die bis heute fortwirken. Eine schriftliche Anfrage gezeigt, dass auch nach dem Ende der Antragsfrist des Fonds mehr als zweieinhalbtausend Anträge eingegangen sind. Weitere Betroffene haben wohlmöglich nicht rechtzeitig von den Unterstützungsmöglichkeiten erfahren. Neben Gewaltprävention braucht es dauerhafte Strukturen, die Menschen bei der Bewältigung von Gewalterfahrungen im Kindes- und Jugendalter unterstützen.

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