13.03.2018

Hartz-IV-Betroffenen Wohnkosten von rund 600 Millionen Euro verweigert

Die von den Landkreisen und Städten anerkannten Kosten für die Unterkunft und Heizung reichen oft nicht aus. Pro Jahr werden Hartz-IV-Betroffenen, also Aufstockenden und Erwerbslosen, Wohnkosten von rund 600 Millionen Euro verweigert. (Im Jahr 2015 606 Millionen, vom November 2016 bis zum Oktober 2017 592 Millionen Euro, siehe die Antwort auf meine Anfrage unten)

Das ist die Differenz zwischen den vom Jobcenter anerkannten Kosten der Unterkunft und Heizung und den tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung. Geld, das sich die Betroffenen vom Munde absparen, vom eh schon kargen Regelsatz abknapsen müssen. Oder sie sind gezwungen umzuziehen. Sie müssen dann das bekannte Wohnumfeld verlassen. Hartz IV befeuert deshalb die soziale Entmischung in den Kommunen. Immer mehr leben die ganz Armen in Vierteln unter sich. Das hat zur Folge, dass in Kitas und Grundschulen die Kinder von Eltern unterer Einkommensgruppen unter sich bleiben. Diese Ungleichheit ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wird durch Hartz IV befeuert. Ich aber sage: Mit dieser Ungleichheit geben wir uns nicht zufrieden. Wir wollen, dass in Schulen und Kitas, das Kind der Alleinerziehenden, die aufstocken muss, und das Kind des Bankers aufeinander treffen. Das setzt soziale Durchmischung der Wohngebiete voraus, sowie höhere anerkannte Kosten der Unterkunft und Heizung und generell eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die vor Armut schützt.

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