29.01.2018

Bundesagentur setzt Betroffene unnötiger Stigmatisierung in den Supermärkten aus

Vor einiger Zeit wurden die Pläne der Bundesagentur für Arbeit öffentlich, die Barauszahlungen an Hartz-IV-Betroffene über Supermarktkassen abzuwickeln. Ich habe das kritisiert und bei der Regierung nachgefragt. Anbei die Anfrage, die unsere Kritik nicht entkräften kann. Geringe Einsparungen bei den Kosten nimmt die Bundesagentur zum Anlass, vom Notfall Betroffene oder auch gesundheitlich Beeinträchtigte, „fußläufig“ durch die Gegend zu schicken, damit sie an das ihnen zustehende Geld kommen. Schlimmstenfalls haben sie sogar noch Mehrkosten, weil sie die Supermarktkasse nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Skandalös ist auch, dass die Bundesagentur Betroffene unnötiger Stigmatisierung in aller Öffentlichkeit in den Supermärkten aussetzt. Funktioniert nämlich eine Auszahlung des bitter benötigten Geldes nicht, müssen sich die Betroffenen als von akuter Geldnot Betroffene outen. Ebenso, wenn sie sich ohne einzukaufen an den Supermarktkassen nur Geld auszahlen lassen wollen. Ich fordere die Zurücknahme dieses Vorhabens und eine Erarbeitung von Alternativvorschlägen gemeinsam mit den Betroffeneninitiativen und Wohlfahrtsverbänden.

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