22.11.2017

… Blaulichter e.V. aus Berlin

Bessere Betreuuungsmöglichkeiten für Kinder, deren Eltern im Schichtdienst arbeiten müssen

Vor mittlerweile zwei Jahren habe ich mit anderen Eltern im Bundestag die fraktionsübergreifende Initiative „Eltern in der Politik“ gegründet. Viele der Themen, die Abgeordnete persönlich, aber auch als Arbeitgeber von Mitarbeitern beschäftigen, betreffen auch andere Berufsgruppen: Unregelmäßige Arbeitszeiten, Abendtermine und Nachtarbeit, die nicht mit Betreuungszeiten kompatibel sind, sind im Rettungsdienst, bei Polizei und Feuerwehr leider nicht vermeidbar. Wir sind schließlich darauf angewiesen, dass auch nachts ein Krankenwagen kommt oder eine Polizeistreife zur Stelle ist, wenn wir Hilfe brauchen.

Aus diesem Grund habe ich mich mit der tollen Initiative Blaulichter e.V. aus Berlin getroffen, um über Herausforderungen sowie Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern in den betreffenden Berufen zu sprechen.

Für Eltern bringt Schichtdienst große Herausforderungen mit sich. Es gibt kaum Kitas, die auf die besonderen Arbeitszeiten eingestellt sind. Eigene Betriebskindergärten für Feuerwehr, Polizei oder in Krankenhäusern sind bundesweit die absolute Ausnahme.

In Ein-Eltern-Familien bedeutet das oft unfreiwillige Teilzeit mit entsprechenden Lohneinbußen, Innendienst und geringeren Aufstiegschancen. In Mehrelternfamilien, bei denen beide im Schichtdienst arbeiten, leiden Ehen und Partnerschaften darunter, dass sich Eltern faktisch oft monatelang nicht zu Gesicht bekommen. Während der eine von der Zwölfstundenschicht nach Hause kommt, muss der andere los. Oder wie es Sebastian, der als Polizist in Berlin arbeitet, drastisch ausdrückt: „Es wundert nicht, dass Trennungen unter PolizistInnen sehr häufig sind, wenn man bedenkt, dass Eltern den oder die KollegIn im Funkstreifenwagen öfter sehen als den/die PartnerIn daheim.“ Dies belastet Partnerschaften und Kinder gleichermaßen.

Blaulichter e.V. hat ein Betreuungskonzept entwickelt, das den beruflichen Besonderheiten gerecht würde.

Wir haben über das von der Initiative entwickelte Betreuungszeitenkonto und das zu Grunde liegende Dreisäulenmodell diskutiert und gemeinsam überlegt wie wir politisch die Initiative unterstützen können. Bundesweit machen Initiativen für Betriebskindergärten in den entsprechenden Berufen die Erfahrung, dass Behördenleitungen und Vorgesetzte eher skeptisch sind und Aufwand, Kosten und Veränderung scheuen. Wir haben deshalb besprochen wie man hier Überzeugungsarbeit leisten und Konzepte wie das von Blauchlichter e.V. voranbringen kann.

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