30.06.2009 / Von Katja Kipping

Drei Tage Weißbrot

Setting durch Sättigung

Sandwich-Artisten – so heißen unternehmensintern die Mitarbeiter der Imbisskette „Subway“. Subway ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das auf dem Franchise-Konzept aufgebaut ist. Mit anderen Worten: Die Firma stellt Know-how, Produkt und Bewerbung zur Verfügung – die einzelnen Geschäfte sind hingegen wirtschaftlich selbstständig. Allerdings ist der unternehmerische Freiraum innerhalb eines solchen Konzeptes logischer Weise recht begrenzt.

Jedenfalls habe ich für drei Tage den Job der Schichtleiterin Alexandra übernommen. Ihre
Arbeit ist wirklich anstrengend und dafür wäre ein Mindestlohn von 10 Euro je Stunde mehr als verdient (zur Zeit erhält sie reichlich die Hälfte). Wenn man ein Sandwich bestellt, sieht das immer so locker und leicht aus, aber damit am Ende alles stimmt, ist schon jede Menge Logistik im Hintergrund notwendig.

Die Kolleginnen waren nett und vor allem eine Hilfe, wenn ich Nachfragen hatte - ebenso die Chefin, also die Franchisenehmerin vor Ort. Es ging oft sehr lustig zu.
Ein Problem stellen allerdings die Regeln des Konzerns Subway dar. So sind beispielsweise die Franchisenehmer verpflichtet, ihre Läden mindestens von 9 bis 22 Uhr offen zu haben, selbst wenn es sich nicht mehr lohnt. Kein Wunder, denn der Konzern Subway ist am Umsatz beteiligt - unabhängig davon, ob überhaupt Gewinne anfallen.

So anstrengend die Tage auch waren, so froh bin ich, dass ich mich auf dieses Experiment eingelassen und zumindest einen kleinen Einblick in einen spezifischen, anderen Bereich der Arbeitswelt gewonnen habe. Es ist gut zu wissen, dass ich, nur weil ich seit einigen Jahren Parlamentarierin bin, nicht komplett im Alltagstest versagt habe.

Was geschieht, wenn dann auch noch der hungrige Mitbewohner vorbeikommt, sieht man im folgenden Video…

Schlagwörter

Ausdrucken | Seitenanfang

Wer flchtet schon freiwillig?
BAG Grundeinkommen