Veränderungen

Weil wir übrigens gerade von Kindern sprachen: Ich habe auch eines. Seit 2011 sind wir zu dritt. Und weil Parlamentarierinnen nicht einfach ein Jahr zu Hause bleiben dürfen, hatte ich mich wenigstens für die Zeit des Mutterschutzes komplett aus der Politik verabschiedet. Viel Zeit hatten wir gemeinsam mit dem Kind an der Ostsee verbracht. Die Luft ist gut da und ein weiter Horizont kann niemals schaden.

2012 wurde ich auf einem dramatischen Parteitag in Göttingen mit 67% der Delegiertenstimmen zur Vorsitzenden der LINKEN gewählt. Mit meinem Co-Vorsitzenden Bernd Riexinger habe ich damals eine große Verantwortung in einer für die Partei schwierigen Situation übernommen. Anderthalb Jahre vor den nächsten Bundestagswahlen ein schwieriger Job. Die Stimmung in der Partei war nicht die beste und ich hatte eigentlich gemeinsam mit meiner Genossin Katharina Schwabedissen für einen personellen Neuanfang kandidieren wollen. Es kam dann anders. Bernd und ich haben uns jedenfalls auf Anhieb gut verstanden. Vielleicht war es die völlig unterschiedliche Vita, waren es die verschiedenen Erfahrungshorizonte, die uns den gegenseitigen Respekt einbrachten, den man braucht, um solch eine Aufgabe erfüllen zu können.

Wir starteten mit einer Zuhöroffensive und entwickelnden den Ansatz einer verbindenden Partei. Verbindend meint dabei sowohl den Fokus auf die gemeinsamen politischen Ziele innerhalb der Partei aber auch die Verbindungen in die Gesellschaft. Uns einte von Anfang an die Überzeugung, dass die wirkliche Errungenschaft der Parteineugründung mehr ist als die bloße Addition von eins und eins. Es ging um etwas Neues, etwas, das mehr ist als die Summe der beiden Quellparteien. Diesem Ziel, die Partei DIE LINKE so aufzustellen, dass intern wie extern das Neue, das größere gemeinsame Projekt sichtbar und wahrnehmbar ist, fühlten wir uns von Anfang verpflichtet. Nun nach knapp vier Jahren können wir sagen, die Ankunft der Partei in der LINKEN als gemeinsame Partei ist uns gelungen.

2014 wurden wir auf dem Parteitag in unserem Amt bestätigt. Die Partei hat sich insgesamt seit 2012 stabilisiert. Wir konnten so manchen Wahlerfolg feiern, z.B. in Hamburg und Bremen. In Thüringen zeigt sich: DIE LINKE kann auch MP. In sozialen Bewegungen sind wir gut verankert und der Kontakt mit kritischen Köpfen in Kunst und Wissenschaft konnte intensiviert werden. Zudem haben wir Projekte zur Parteientwicklung in die Wege gebracht. Dazu gehören die Kampagne „Das muss drin sein!“ gegen die Prekarisierung der Lebens- und Arbeitswelt und die auf der linken Woche der Zukunft angestoßenen Debatten über die kommende Demokratie, den Sozialismus 2.0. Es gelang uns unsere Verankerung im alternativen, urbanen Milieu.

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