05.06.2012

Teil einer Spitze

Am 2. Juni wurde ich zur Vorsitzenden meiner Partei gewählt

An Dramatik hat es in Göttingen nicht gefehlt. Im Vorfeld hatte ich gemeinsam mit meiner Genossin Katharina Schwabedissen für einen "Dritten Weg" geworben - jenseits der Verkeilungen zwischen den Lagern. Dafür war uns viel Sympathie aus der Partei, aber auch von Menschen entgegen gekommen, die wir aus den außerparlamentarischen Bewegungen kannten - oder sie uns. Allerdings schien uns die Unterstützung in der Partei letztlich nicht stark genug, um das Projekt aufrecht zu erhalten. Ich fand und finde das schade, habe aber für mich entschieden, bei meiner Kandidatur zu bleiben, wohl wissend, dass die Aufgabe, die ich nun übernommen habe, dadurch nicht leichter werden wird.

Seit dem 2. Juni bin ich nun gemeinsam mit Bernd Riexinger aus Stuttgart Vorsitzende der LINKEN. Das ist eine große Aufgabe: vor der Partei, aber noch viel mehr vor den Menschen im Lande, die uns gewählt haben, die uns vertrauen und die uns brauchen. Ich denke, gemeinsam werden wir dies schaffen. Übrigens finden sich in "UTOPIE kreativ" aus dem Jahre 2000 (!) folgende Sätze:

"Die Frage der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums darf nicht länger tabuisiert werden. Die Frage einer gerechteren Reichtumsverteilung stellt sich dabei auf jeder Ebene, der nationalen, wie auch der internationalen, der tariflichen, wie der politischen.

Eine Fortsetzung des kapitalistischen Produktions- und Konsummodells ist ökologisch gefährlich. Eine Ökonomie, die beständig die ökologischen Lebensgrundlagen zerstört, ist nicht tragbar. Ökologische und soziale Ziele sollen deshalb miteinander verbunden werden.

Die zunehmende Verdrängung der Frauen aus dem Arbeitsleben bzw. deren Prekärisierung durch deregulierte Arbeit, als klassische Form des »Abbaus« der Massenarbeitslosigkeit, droht die Erfolge der Frauenbewegung zunichte zu machen. Dies zu bekämpfen und für emanzipatorische Lösungen einzutreten, gehört ebenfalls zum unerläßlichen Bestandteil einer fortschrittlichen Gewerkschaftspolitik."

Geschrieben hat sie der damalige Geschäftsführer der Gewerkschaft HBV in Stuttgart, Bernd Riexinger. Ich sage mal: das ist rein kopfmäßig nicht die schlechteste Basis für eine gute Zusammenarbeit zwischen uns beiden.

Allen die mich unterstützt haben, mich gewählt und bestärkt haben, sage ich Danke! Allen, die mich kritisiert haben, auch. Mit Kritik behält man die Füße fester auf dem Boden. Ich wünsche mir und uns eine Partei, die Spaß macht und die vor allen Dingen erfolgreich ist: Gegen die Plünderung der Massen. Prekarisierte vereinigt Euch!

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