29.02.2012

Aerobic für's Image - Eintritt für den Park?

Sachsens Regierungssprecher goes wild!

Bald nur noch für Geld zu sehen


Dass Sachsens Image momentan nicht besonders erlesen ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Schlagworte wie NSU, Aufhebung der Immunität sächsischer Abgeordneter, weil sie sich in Dresden den Nazis entgegenstellten, der Verfolgungswahn der Dresdner Staatsanwaltschaft und die sonderbaren Äußerungen des sächsischen Innenministers Ulbig zum Antifaschismus sprechen für sich.

Verstehen kann man also schon, dass die sächsische Staatsregierung etwas für ihr ramponiertes Image tun will. Sie geht dabei – wie so oft – einen Sonderweg. Über 17.000 Euro hat sie sich ein Videofilmchen kosten lassen, in dem der sächsische Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz mit den Armen rudert, als ob er schiffbrüchig sei und möglichst noch vor dem Abendbrot das rettende Land erreichen wölle. Am Ende ruft er gar die Sächsinnen und Sachsen zu einem Ideenwettbewerb um den besten Werbespruch für ihr Land auf, was das einzig vernünftige zu sein scheint, wenn man sich das Filmkunstwerk in seiner ganzen Bescheidenheit betrachtet. (s.oben) Zu erwähnen wäre noch, dass Herr Cohausz für seinen Einsatz an der Videofront in einem sechstägigen(!) Kurs besohlt wurde, der die sächsischen Steuerzahler_innen auch noch einmal 36.000,- Euro kostete. Ein guter Freund bemerkte süffisant, dass eine zweijährige Pilotenausbildung bei der Lufthansa für 60.000,- Euro im Vergleich dazu ein echtes Schnäppchen sei. Alles in allem soll die Image-Kampagne übrigens 5 Millionen Euro kosten – im Jahr 2012. Insgesamt sind 32 Millionen dafür geplant.

Richtig gehört, liebe Freundinnen und Freunde des Schlossparks Dresden Pillnitz! 32 Millionen für Plakate, Filmchen, Inserate und Broschüren. Sicher seht Ihr ein, dass das Geld dafür irgendwo herkommen muss, oder? Na also. Meckert also nicht herum, nur weil die sächsische Landesregierung plant, demnächst Eintritt für den Besuch des Pillnitzer Schlossparks zu verlangen. Schönheit kostet nun mal Geld. Natürlich ist Eure Initiative im Prinzip mehr als lobenswert – aber Euch fehlt ein wenig der Blick fürs Große und Ganze. Was nützt ein kostenloser Spaziergang durch den Pillnitzer Park, wenn dabei das Image des Freistaates auf der Strecke bleibt? Statt Eure Potentiale dafür zu verschwenden, dass jedes Dresdner Kind die Blüten der Pillnitzer Kamelie bestaunen kann, solltet ihr Euch lieber ins Kämmerlein setzen und an einem pfiffigen Image-Slogan für Euer Heimatland grübeln. Der Dank des Regierungssprechers ist Euch gewiss!

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