08.09.2016

Pro Asyl ist ein Bote der Hoffnung

Heute vor 30 Jahren wurde die Organisation Pro Asyl ins Leben gerufen und ich möchte von Herzen gratulieren - und Danke sagen. Danke für den unermüdlichen Einsatz für Menschen auf der Flucht. Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen. Menschen, die nicht wissen, ob sie am nächsten Tag noch genug zu essen haben, für sich und ihre Familien. Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und aufbrachen in eine Welt voller Ungewissheiten und ohne Sicherheit. Auch ohne die Sicherheit, im Aufnahmeland vor Gewalt und Hass geschützt zu sein.

Erst vor wenigen Tagen meldete das Bundeskriminalamt, dass die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte die Zahl vom letzten Jahr weit übersteigen werden. Und auch das BKA stellt fest, dass die AfD mit ihren rassistischen Parolen „Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft salonfähig macht“.

Bertolt Brecht schrieb in seinem Gedicht „Die Landschaft des Exils“, dass der Geflüchtete der Bote des Unglücks ist. Eines Unglücks, das sich weit weg von unseren eigenen Landesgrenzen ereignet und doch so eng mit den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen unserer Regierungen verbunden ist. Und ihre Botschaft lautet: so wie wir wirtschaften und handeln, wie wir arbeiten, konsumieren und Politik machen – so kann es nicht weitergehen.

Der Rassismus macht den Boten zum Schuldigen für die Botschaft. Der Soziologe, Zygmunt Bauman sagt: „Der Sündenbock erleichtert das beunruhigende und demütigende Gefühl unserer Hilflosigkeit und existenziellen Unsicherheit, dem wir alle in der flüssigen Moderne ausgesetzt sind. Das ist die Chance der politischen Stimmenfänger, Kapital zu schlagen aus den Ängsten, die der Zustrom der Fremden auslöst.“

Statt uns von der Angst vor dem Fremden leiten zu lassen, sollten wir auf die Hoffnung auf ein besseres Land für alle setzen. Pro Asyl ist ein Bote dieser Hoffnung. Ich schließe mich gern an.

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