28.03.2012
Sanktionen sind Diebstahl an der Menschenwürde!
Beunruhigender Anstieg der Saktionen in Dresden
"Im Zeitraum von Oktober 2009 bis
Oktober 2011 ist die Zahl der Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften in Dresden
von 34.365 auf 31.767, also um 7,6% gesunken. Getrübt wird dies jedoch
durch den gleichzeitigen Anstieg der verhängten Sanktionen - und zwar in
einem kaum nachvollziehbaren Ausmaß!
Wurden im Oktober 2009 in
Dresden noch 898 Sanktionen, also Kürzungen des Regelsatzes, verhängt,
waren es im Oktober 2011 bereits 1489 Sanktionen - eine Steigerung um
ca. 66%!
Dieser enorme Anstieg fällt in eine Zeit, in der die
schwarz-gelbe Bundesregierung der Bundesagentur einschneidende Kürzungen
auferlegte. Mit anderen Worten: Die Bundesregierung lässt die Ärmsten
für ihre Finanzpolitik bezahlen.
Es ist gar nicht anders
erklärbar - der Spardruck von oben führt zu immer unverschämterer
Bedienung am Lebensunterhalt jener, die am Existenzminimum leben. Dies
ist umso mehr ein Skandal, da hier selbst bei den Alleinerziehenden
kräftig zugelangt wird - hier hat sich die Zahl der Sanktionen von 92
(Oktober 2009) auf 175 (Oktober 2011) erhöht - also fast verdoppelt!
DIE
LINKE fordert, alle Sanktionen im Bereich Hartz IV sowie die Kürzungen
der Sozialhilfe abzuschaffen, weil diese gegen das Grundrecht auf eine
Gewährleistung des physischen Existenzminimums und der Teilhabe am
gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben verstoßen.
Menschen werden mit Sanktionen schikaniert, ins Elend gestürzt und
sozial ausgegrenzt.
Außerdem zwingen sie die
Sozialleistungsbeziehenden dazu, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen und
prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzugehen. Damit wird der Druck auf
die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten erhöht.
DIE LINKE wird deshalb die Forderung nach Abschaffung aller Sanktionen am 26.04.2012 im Bundestag zur Abstimmung stellen."