04.06.2010
Angriff auf das Lohnniveau
Zu den Vorschlägen vom Arbeitgeberpräsident Hundt, sechs Milliarden Euro
bei den Erwerbslosen zu sparen erklärt Katja Kipping, stellvertretende
Vorsitzende der LINKEN
Es
ist eine alte Weisheit: Je schlimmer die Situation von Erwerbslosen,
desto eher sind diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, zu
Zugeständnissen bei Löhnen und Arbeitszeiten bereit. Empirische Studien
bestätigen, dass im Zuge von Hartz IV die Bereitschaft der
Beschäftigten, niedrigere Löhnen und schlechtere Arbeitszeiten in Kauf
zu nehmen, deutlich zugenommen hat. Insofern führen Kürzungen bei
Erwerbslosen in der Folge zum Absenken des allgemeinen Lohnniveaus.
Wenn
nun der Arbeitgeberpräsident Hundt Streichorgien bei Erwerbslosen
plant, so ist das nichts weiter als ein Angriff auf das Lohnniveau.
Offensichtlich soll hier das Feld bereitet werden für weiteres
Lohndumping im Interesse der so genannten Arbeitgeber und zu Lasten der
Beschäftigten. Und wieder einmal zeigt sich, wie recht Karl Marx hatte,
als er auf das Erpressungspotential der Reservearmee Erwerbslose
hinwies.